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Deepfakes wirken auf den ersten Blick wie Science-Fiction – sind aber längst Realität.
Was sind Deepfakes – und warum sind sie für KYC so gefährlich?
Deepfakes sind mit künstlicher Intelligenz generierte Medieninhalte – meistens Videos oder Audioaufnahmen, die echten Menschen zum Verwechseln ähnlich sehen oder klingen. Dank KI-Tools ist es heute möglich, mit wenig Aufwand eine falsche Identität in einem Videocall zu simulieren.Das BSI warnt ausdrücklich vor dieser Entwicklung:
BSI zu Deepfakes – Täuschend echt, schwer zu erkennenGerade bei Video-Ident-Verfahren oder anderen digitalen Onboarding-Prozessen steigt das Risiko. Denn die Betrüger umgehen klassische Prüfmethoden durch realitätsnahe Manipulationen. Die Folge?
Gefälschte Kundenidentitäten, illegale Kontoeröffnungen, Geldwäsche oder der Einschleusung von sanktionierten Personen in den Finanzkreislauf.Welche KYC-Bereiche sind konkret betroffen?
Besonders verwundbar sind aktuell:-Video-Ident-Verfahren (z. B. per Smartphone-App)
-eID-Verfahren mit biometrischer Gesichtserkennung
-Remote-Onboarding ohne persönlichen Kontakt
-Automatisierte Prozesse ohne menschliche Kontrollstufe
-Whitelisting für Bestandskunden ohne Re-Identifizierung
Hier setzen Deepfakes an – vor allem, wenn keine zusätzliche Fälschungserkennung implementiert ist. Ein gut gemachter Deepfake kann selbst geschultem Personal nicht sofort auffallen.
KYC-Pflichten im Lichte von Deepfakes: Was verlangt der Gesetzgeber?
Nach dem § 11 GwG bist du verpflichtet, die Identität des Kunden zweifelsfrei festzustellen – und zwar vor Begründung der Geschäftsbeziehung. Auch technische Systeme müssen laut BaFin „die Integrität der Identitätsfeststellung gewährleisten“.Zusätzlich schreibt § 25h KWG vor, dass du Angriffe und Manipulationen erkennen und dokumentieren musst.
Wenn Deepfakes das System unterlaufen, haftest du – nicht der Kunde.Was kannst du konkret tun? Handlungsempfehlungen gegen Deepfake-Angriffe
Die gute Nachricht: Du bist dem Deepfake-Risiko nicht hilflos ausgeliefert. Hier sind sechs Maßnahmen, mit denen du deine KYC-Prozesse zukunftssicher machst:1. KI-gestützte Echtheitsprüfung einführen
Nutze Bild- und Videoanalyseverfahren, die automatisiert Unstimmigkeiten in Mimik, Lichtreflexen oder Tonverläufen erkennen. Diese Tools sind speziell auf Deepfake-Muster trainiert und ergänzen bestehende Video-Ident-Verfahren.2. Multi-Faktor-Verifikation nutzen
Verlasse dich nicht auf nur eine Datenquelle. Kombiniere biometrische Verfahren, eID und Dokumentenprüfung mit individuellen Rückfragen, z. B. zu Transaktionshistorien oder Herkunft der Mittel.3. Onboarding mit 4-Augen-Prinzip absichern
Automatisierte Prozesse sind bequem, aber gefährlich. Baue deshalb ein menschliches Review-Level ein, das kritische Fälle manuell prüft – besonders bei Hochrisikokunden.4. Mitarbeitende für Deepfake-Merkmale sensibilisieren
Schule dein Team, woran Deepfakes zu erkennen sind: z. B. unregelmäßige Blinzelbewegungen, asymmetrische Mimik oder ungewöhnliche Tonverzögerungen im Video.5. Technische Schutzsysteme härten
Setze Firewalls, Anti-Deepfake-Software und verhaltensbasierte Erkennung ein – besonders in deiner KYC-Infrastruktur. Je mehr Schichten du einziehst, desto schwerer wird es für Angreifer.Fallstrick: Was passiert, wenn du Deepfakes nicht beachtest?
Wenn ein Deepfake durch dein KYC-Verfahren rutscht und Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung oder Sanktionen verletzt werden, drohen:-hohe Bußgelder (z. B. nach § 56 GwG)
-Imageschäden und Vertrauensverlust
-Haftung der Geschäftsleitung
-Verlust von Banklizenz oder KWG-Zulassung
Die Verantwortung für Fehler in der Identitätsprüfung liegt klar bei dir als Verpflichtetem. Die Technologie ändert sich – aber deine Sorgfaltspflicht bleibt.
Deepfakes als Compliance-Katalysator – und Chance für Innovation
So gefährlich Deepfakes auch sind – sie bieten eine Chance, veraltete Prozesse zu modernisieren. Wer heute in sichere KYC-Systeme investiert, spart morgen Zeit, Geld und Nerven.Nutze den Moment für ein strukturiertes KYC-Update, denn die Behörden und Aufsichten werden künftig noch genauer hinschauen. Und deine Kunden? Die erwarten ohnehin, dass du digital – aber auch sicher arbeitest.
Fazit: Der nächste Identitätsdiebstahl kommt aus dem Videocall
Deepfakes stellen die KYC-Welt auf den Kopf. Doch wer proaktiv handelt, kann Risiken beherrschen und gleichzeitig moderne Standards setzen. Denk daran: KYC ist keine Pflichtübung – sondern dein Schutzschild gegen digitale Täuschung.Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
S&P Unternehmerforum GmbH
Herr Achim Schulz
Feringastr. 12 A
85774 Unterföhring
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Deepfake-Alarm im Kunden-Onboarding: Neue Anforderungen an sichere KYC-Prozesse
auf Imagewerbung publiziert am 5. Mai 2025 in der Rubrik Presse - News
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